Der G-Punkt soll eine extrem erogene Stelle in der oberen Wand der Vagina sein, ungefähr ein bis drei Zentimeter vom Scheideneingang entfernt. Er fühlt sich schwammig und/oder geriffelt an und gilt als erogene Zone. Die Stimulation kann zu hoher Erregung führen und den Orgasmus intensivieren.
Diese Stelle wird auch mit dem weiblichen Orgasmus in Verbindung gebracht – und in diesem Zusammenhang immer wieder auch mit der weiblichen Ejakulation. Dabei kann es bei manchen Frauen zu einem Austreten von Flüssigkeit kommen, was oft als „Squirting“ bezeichnet wird um seine Frau zum Squirten – also zur Ejakulation – zu bringen.
Franz kam genau mit diesem Thema zu mir und wollte wissen, wie er seine Frau dazu bringen kann. Denn in Pornos spritzen die Frauen scheinbar nur so ab. Hier muss man natürlich sagen: Das sind Schauspieler, und vieles ist nicht echt. Keine Frau kann auf Kommando „abspritzen“. Und sein Anliegen in ehren, aber eine Voraussetzung dafür ist eine hohe Erregung der Frau. Ob er das alleine ohne ihr Wissen schafft, ist fraglich. Man kann ihm nur das beste wünschen.
Und, liebe Frauen da draußen: Macht euch keinen Stress, wenn ihr das nicht könnt. Es gibt mittlerweile Bücher darüber, wie man den G-Punkt findet und stimuliert. Dazu sei gesagt: Wer mag, kann ihn erforschen – aber machen Sie sich keinen Druck, sollten Sie nichts wahrnehmen.
Keine Frau muss das können. Kein Körper ist „besser“ oder „weiter“, nur weil er auf eine bestimmte Art reagiert. Sexualität ist so individuell wie wir selbst.
Es geht nicht darum, etwas zu erreichen oder zu beweisen, sondern darum, sich selbst zu spüren. Und alles, was sich für Sie stimmig anfühlt, ist genau richtig.
Die weibliche Prostata - Scene Drüse
In Wahrheit handelt es sich um die weibliche Prostata. Hinter der Scheidenwand liegt die Harnröhre, die von den sogenannten Skene-Drüsen umgeben ist. Bei hoher lustvoller Erregung können diese anschwellen und sich beim Orgasmus oder danach entladen.
Bei manchen Frauen kann dabei auch eine größere Menge Flüssigkeit austreten – teilweise berichten Frauen von Mengen bis zu einer Kaffeetasse. Und genau hier scheiden sich die Geister: Manche Experten meinen, es handle sich dabei um Urin. Andere haben die Flüssigkeit untersucht und festgestellt, dass sie sich unterscheidet – unter anderem durch Eiweißbestandteile und sogenannte prostataspezifische Marker. Es ist also kein klares „entweder oder“, sondern oft ein „sowohl als auch“.
Katja erzählte mir, dass sie beim Sex plötzlich das Gefühl hatte, Harn zu verlieren, und stark dagegengehalten hat. Möglicherweise hat sie damit eine Ejakulation zurückgehalten.
Doch der Gedanke, Harn zu verlieren, beschämte und beunruhigte sie sehr. Genau hier ist Wissen so wichtig. Denn oft fehlt die Aufklärung darüber, was im eigenen Körper passiert.
Als sie verstand, was dahintersteckt, konnte sie ganz anders damit umgehen. Und vielleicht kann sie es beim nächsten Mal auch zulassen – ohne Angst, ohne Scham, einfach im Vertrauen auf ihren Körper.
To have or not to have
Seit Gräfenberg diese Stelle beschrieben hat, suchen viele Frauen und ihre Partner eifrig nach diesem berühmten Punkt. Ein Punkt, der im Grunde keiner ist. Der G-Punkt hat inzwischen Konkurrenz bekommen – vom A-, X- und Y-Punkt, die alle einen besonders intensiven Orgasmus versprechen.
Manche Frauen finden vaginale Stimulation sehr lustvoll, andere konzentrieren sich lieber auf die Klitoris. Und dann kann es durchaus unangenehm sein, wenn der Partner hartnäckig versucht, diese „magische Stelle“ zu finden – oft mehr für sein Ego als für ihr Empfinden. Während sie vielleicht gar nichts spürt oder es sogar unangenehm ist.
Seid nicht enttäuscht, wenn ihr euren G-Punkt nicht findet – oder wenn ihr einfach nicht darauf steht.
Tipps für Sie als Frau
Wenn Sie ihn dennoch für sich entdecken möchten, hier eine kurze Anleitung:
Gehen Sie am besten in den Vierfüßlerstand. Atmen Sie einige Male ruhig und tief und spüren Sie bewusst in Ihren Körper. Dann führen Sie einen Finger in die Vagina ein. Etwa zwei bis drei Zentimeter Richtung Bauchdecke könnten Sie eine geriffelte oder schwammige Stelle ertasten. Drücken, reiben oder massieren Sie diesen Bereich sanft.
Erwarten Sie nichts. Kein Ziel, keine Leistung. Einfach nur spüren und fühlen.
Fazit
Und vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt:
Nicht das Finden steht im Vordergrund, sondern das Erleben. Sexualität ist kein Leistungsprogramm – sondern ein Raum für Neugier, Wahrnehmung und Genuss. Alles darf, nichts muss.